Hub @ 7: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

19. Februar 2026 I  News ,  Neues aus dem Hub  I von : Corinna Heineke
© Thomas Ecke

Sieben Jahre, in denen Stimmen vernetzt und globale Gesundheitsdebatten mitgestaltet wurden. Der Hub blickt auf erzielte Fortschritte und seine künftige Rolle in der deutschen Global-Health-Landschaft.

Vor sieben Jahren wurde der Global Health Hub Germany mit dem Ziel gegründet, unterschiedliche nationale Perspektiven zusammenzubringen und das deutsche Engagement im Bereich globale Gesundheit zu stärken. Seitdem hat sich der Hub zu einer zentralen Plattform entwickelt, die Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Think Tanks, Jugend, Politik, internationale Organisationen, Stiftungen und der Privatsektor miteinander verbindet. Anlässlich des 7-jährigen Bestehens blickt Geschäftsführerin Corinna Heineke auf wichtige Meilensteine, zentrale Erkenntnisse und die Vision für die kommenden Jahre. 

Wie hat sich die globale Gesundheitslandschaft seit der Gründung des Hubs verändert? Wie hat sich der Hub an neue Herausforderungen und Prioritäten angepasst? 

 Der Hub wurde zu einer Zeit gegründet, als die deutsche Bundesregierung ihre Investitionen in die globale Gesundheit durch mehrere Großinvestitionen, bilaterale Gesundheitsprogramme und neue Formate im Bereich der globalen Gesundheit, beispielsweise im Rahmen der G20, priorisierte. Auf höchster Ebene befürwortete die damalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den Global Action Plan for Healthy Lives and Well-being for All (SDG3 GAP), in dessen Rahmen sich 13 multilaterale Gesundheits-, Entwicklungs- und humanitäre Organisationen zusammenschlossen, um die Zusammenarbeit zu stärken und die Fortschritte bei den gesundheitsbezogenen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu beschleunigen. 

 Vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen und Konflikte sowie der daraus teilweise resultierenden Haushaltszwänge auf nationaler Ebene ist die globale Gesundheit aus dem Fokus der Politik geraten, obwohl dieser Bereich weltweit einen erstaunlichen Einfluss auf die Lebenserwartung und andere Gesundheitsindikatoren hat. Es sind jedoch nicht nur die finanziellen Mittel, die schwinden, sondern auch die Unterstützung für die grundlegenden Prämissen der globalen Gesundheitskooperation: Vertrauen in die Wissenschaft, Datenaustausch und Multilateralismus, der uns gemeinsam stärker macht. 

Der Hub setzt die globale Gesundheit auf die Agenda der politischen Entscheidungsträger*innen und hält sie dort. Er bringt seine Mitglieder an  einen Tisch, um die Wirkungen von Gesundheitsmaßnahmen weltweit aufzuzeigen und den Nutzen eines globalen Denkens bei lokalem und nationalem Handeln hervorzuheben.

Anlässlich des 7. Geburtstages des Hubs: Wie kann er weiterhin als Plattform dienen, auf der verschiedene Interessengruppen ihr Fachwissen einbringen, vernetzen und Debatten zur globalen Gesundheit auf nationaler Ebene und darüber hinaus mitgestalten können?

Der Hub passt sich ständig an die sich ändernden Bedürfnisse unserer Community an. Wenn neue Themen in den Vordergrund treten, können wir dynamisch darauf reagieren, indem wir sie bei unseren Veranstaltungen, in unseren Kommunikationskanälen oder sogar durch die Unterstützung einer Hub-Community of Practice aufgreifen. Über 400 Mitglieder haben sofortigen Zugang zum virtuellen Collaboration Space, wo sie Kooperationspartner suchen oder neue Entwicklungen austauschen können. 

Wofür steht der Hub heute, und welchen besonderen Mehrwert bringt er in nationale und internationale globale Gesundheitsdebatten ein? 

Heute ist der Hub die größte Plattform für Akteure im Bereich der globalen Gesundheit in Deutschland. Er ist insofern einzigartig, als dass seine Mitglieder aus den unterschiedlichsten Interessengruppen stammen, die oft vielseitige Ansichten zu Strategien und Prioritäten vertreten. Wir sind das Bindeglied zwischen diesen Positionen und der Politik, helfen aber auch dabei, Konsenspunkte zu identifizieren. 

Welche Lehren aus den vergangenen sieben Jahren werden die strategische Ausrichtung des Hubs in den kommenden Jahren prägen? 

Unsere Mitglieder haben die Möglichkeiten zur Mitwirkung, die der Hub im Hinblick auf die globale Gesundheitspolitik bietet, begrüßt und aktiv genutzt. Dies ist zu einem unserer Markenzeichen geworden und wird in Zukunft weiter ausgebaut werden. So führen wir beispielsweise jährlich themenspezifische Umfragen oder Breakout-Formate auf unseren Konferenzen durch, deren Ergebnisse direkt in den politischen Raum einfließen. 

Die Geschäftsstelle kann jedoch nur dann als Bindeglied zwischen den zahlreichen Positionen der Interessengruppen fungieren, wenn es auf einer soliden finanziellen Grundlage steht. Aus diesem Grund haben wir kürzlich mögliche Strategien für die nachhaltige Finanzierung des Hubs geprüft, und im Laufe des Jahres könnten Änderungen eingeführt werden. 

Deutschland versteht sich zunehmend als gestaltender Akteur in der globalen Gesundheit. Gleichzeitig wird eine Reform der globalen Gesundheitsarchitektur derzeit intensiv diskutiert. Wie kann der Hub dazu beitragen, deutsche Positionen und Stakeholder-Perspektiven in die Reformdebatten einzubringen? 

 Viele Mitglieder des Hubs beschäftigen sich bereits in ihrer individuellen oder organisatorischen Funktion mit diesen Überlegungen. Als Global Health Hub Germany versuchen wir einerseits sicherzustellen, dass die Informationen über aktuelle Entwicklungen zurück in das Netzwerk fließen. Andererseits bieten wir Räume, in denen jeder zu Wort kommt. Diese Standpunkte werden dann an politische Entscheidungsträger weitergeleitet, die an den internationalen Debatten und Entscheidungsprozessen beteiligt sind. 

Mit Blick nach vorn: Welche Rolle soll der Hub in der nächsten Phase der globalen Gesundheit spielen – und welchen Impact wünschen Sie sich bis zum 10-jährigen Jubiläum? 

Ich hoffe sehr, dass das Netzwerk und die Kooperationsmöglichkeiten des Hubs für seine Mitglieder weiterhin von Nutzen sind und dass wir Informationen auf eine Weise bündeln, die sowohl für unsere Mitglieder als auch für politische Entscheidungsträger*innen unverzichtbar ist. Ich würde mir wünschen, dass beispielsweise diejenigen unserer Mitglieder, die direkt an der Entwicklung nationaler Gesundheitsstrategien beteiligt sind, das breite Netzwerk proaktiver nutzen. Darüber hinaus können wir hoffentlich unsere Beziehungen zu ähnlichen Netzwerken in anderen Ländern nutzen, um Anliegen und Vorschläge auf europäischer Ebene einzubringen. Insgesamt wollen wir den Beitrag Deutschlands zu einer kohärenteren und inklusiveren globalen Gesundheitspolitik stärken. 

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