24 Erfolge in der globalen Gesundheit 2025
Trotz der Unsicherheiten und Herausforderungen des Jahres 2025 konnte verzeichnete die globale Gesundheit mehrere zahlreiche Durchbrüche, mühsam errungene Fortschritte und Gründe zur Hoffnung.
Im Laufe des Jahres wurden lokal entwickelte Innovationen vorgestellt, mutige politische Entscheidungen getroffen und historische Meilensteine erreicht, obwohl die Welt mit erheblichen geopolitischen und finanziellen Belastungen konfrontiert war. Im Dezember öffneten wir im Global Health Hub Germany Adventskalender jeden Tag ein Türchen und teilten 24 Erfolge in der globalen Gesundheit vor, die 2025 Fortschritt und Zuversicht für Fortschritt und Zuversicht sorgten. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung dieser Highlights.
1. Eine neues Mittel im Kampf gegen HIV: WHO empfiehlt Lenacapavir
In einem wegweisenden Schritt empfahl die Weltgesundheitsorganisation Lenacapavir als erste nur zweimal jährlich zu verabreichende injizierbare Option zur HIV-Präexpositionsprophylaxe. Mit nahezu vollständigem Schutz bietet sie neue Hoffnung, insbesondere für Menschen, die mit Adhärenzproblemen, Stigmatisierung oder eingeschränktem Zugang zur Versorgung konfrontiert sind. Vollständigen Beitrag lesen.
2. Ausbau der Malaria-Impfstoffe
Bis 2025 führten 24 Länder die Malaria-Impfstoffe RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M in ihre routinemäßige Kinderimpfprogramme ein. Mit Unterstützung von Gavi wurden über 39 Millionen Dosen verabreicht. Daten zeigen, dass Malariafälle im ersten Jahr um mehr als die Hälfte und in Hochübertragungsgebieten in Kombination mit saisonaler Chemoprävention um bis zu 75 Prozent reduziert werden können. Bei umfassender Einführung könnten diese Impfstoffe bis 2035 bis zu eine halbe Million Todesfälle bei Kindern verhindern. Vollständigen Beitrag lesen.
3. Polio-Fälle auf historischem Tiefstand
Bis September 2025 wurden weltweit nur 28 Wildpolio-Fälle gemeldet, gegenüber 99 Fällen im Jahr 2024. Pakistan und Afghanistan, die letzten Endemieländer, verzeichneten ihre bislang niedrigsten Fallzahlen. Dank immer sensiblerer Überwachung und fortlaufender Impfkampagnen rückt die Ausrottung der Kinderlähmung näher, auch wenn Wachsamkeit gegenüber impfstoffabgeleiteten Ausbrüchen unerlässlich bleibt. Vollständigen Beitrag lesen.
📘 Lesen Sie unseren Gastbeitrag zu Polio-Ausrottung: Deutschlands Dilemma auf der Zielgeraden
4. Großer Fortschritt auf dem Weg zu einem Tuberkulose-Impfstoff
Die Phase-III-Studie von M72/AS01E, dem ersten potenziellen neuen Tuberkulose-Impfstoff seit 100 Jahren, schloss die Rekrutierung von 20.000 Freiwilligen früher als geplant ab. Frühere Studien zeigten einen Schutz von rund 50 Prozent bei Jugendlichen und Erwachsenen mit latenter Tuberkulose. Modellierungen legen nahe, dass dieser Impfstoff über 25 Jahre hinweg 76 Millionen Erkrankungen, 8,5 Millionen Todesfälle, 42 Millionen Antibiotikatherapien und 42 Milliarden US-Dollar an Haushaltskosten verhindern könnte. Mit derzeit 16 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung, davon sechs in Phase III, bleibt eine nachhaltige globale Finanzierung entscheidend. Vollständigen Beitrag lesen.
5. Sechs Länder eliminieren Trachom
Burundi, Mauretanien, Papua-Neuguinea, Senegal, Fidschi und Ägypten wurden von der Weltgesundheitsorganisation für die Eliminierung des Trachoms validiert. Trachom, die weltweit häufigste infektiöse Ursache für Erblindung und eine vernachlässigte Tropenkrankheit, ist damit bereits in 27 Ländern eliminiert. Dieser Erfolg gründet sich auf der jahrelangen Arbeit mit der WHO-SAFE-Strategie,gestärkten Gesundheitssystemen und starkem Engagement der Gemeinden. Vollständigen Beitrag lesen.
6. Guinea-Wurm kurz vor der Ausrottung
Die Guinea-Wurm-Krankheit, eine grausame parasitäre Infektion, die einst jährlich 3,5 Millionen Menschen betraf, erreichte 2025 mit nur vier weltweit gemeldeten menschlichen Fällen ihren historischen Tiefstand. Dieser Erfolg, erzielt ohne Impfstoffe oder Medikamente, beruht auf jahrzehntelangen Partnerschaften, gemeindebasierter Überwachung, Gesundheitsaufklärung und Verhaltensänderungen und könnte zur zweiten jemals ausgerotteten Krankheit werden. Vollständigen Beitrag lesen.
7. Fortschritte bei der EU-Pharmareform
Im Juni 2025 verabschiedete der Rat der Europäischen Union seine Position zum Pharma-Paket, der ersten umfassenden Reform der EU-Arzneimittelgesetzgebung seit über 20 Jahren. Ziel ist es, die Produktion kritischer Arzneimittel in der Europäischen Union zu stärken, Lieferketten abzusichern, Innovationen zu fördern und Abhängigkeiten durch stärkere internationale Partnerschaften zu verringern. Vollständigen Beitrag lesen.
8. Intelligentere Überwachung: EIOS 2.0 in Berlin gestartet
Im Oktober 2025 startete der WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence die neue Version von „Epidemic Intelligence from Open Sources“(EIOS 2.0). Das System unterstützt nun 114 Länder und rund 30 Organisationen und kombiniert KI-gestützte Werkzeuge, mehrsprachige Echtzeitanalyse und kollaborative Dashboards, um Ausbrüche schneller zu erkennen. Vollständigen Beitrag lesen.
9. HPV-Impfung erreicht 86 Millionen Mädchen
2025 erreichte Gavis dreijährige Initiative zur Ausweitung des Zugangs zur HPV-Impfung ihr Ziel vorzeitig in Ländern, die für 89 Prozent der weltweiten Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich sind. Schätzungsweise 86 Millionen Mädchen in Hochrisikoländern wurden geschützt, und über eine Million Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs konnten bereits verhindert werden. Vollständigen Beitrag lesen.
10. Afrikanische Arzneimittelagentur nimmt Arbeit auf
Nach mehr als einem Jahrzehnt der Vorbereitung nahm die Afrikanische Arzneimittelagentur mit 29 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union offiziell ihre Arbeit auf. Mit Sitz in Kigali soll die Agentur durch harmonisierte Zulassungsverfahren den Zugang zu sicheren und hochwertigen Arzneimitteln beschleunigen und ist damit ein wichtiger Schritt hin zu mehr gesundheitlicher Souveränität auf dem Kontient. Vollständigen Beitrag lesen.
11. Stärkere Kernfinanzierung für die Weltgesundheitsorganisation
Auf der 78. Weltgesundheitsversammlung beschlossen die Mitgliedstaaten eine zweite Erhöhung der Pflichtbeiträge um 20 Prozent, was der WHO jährlich zusätzliche 90 Millionen US-Dollar für die Kernfinanzierung verschafft. Bis 2030 soll die Hälfte des WHO-Budgets aus vorhersehbaren, stabilen Mitteln stammen. Zusätzlich wurden über 210 Millionen US-Dollar für die neue Investitionsrunde zugesagt, darunter 12 Millionen Euro aus Deutschland im Jahr 2025. Vollständigen Beitrag lesen.
12. Universelle Gesundheitsversorgung kommt voran, doch Milliarden bleiben ausgeschlossen
Der Index zur Abdeckung der universellen Gesundheitsversorgung stieg von 54 im Jahr 2000 auf 71, während der Anteil der Menschen mit finanzieller Belastung durch Gesundheitsausgaben von 34 auf 26 Prozent sank. Besonders Länder mit niedrigem Einkommen erzieltem Fortschritte, indem sie in Primärversorgung und Versicherungssysteme investierten. Dennoch haben weiterhin 4,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu grundlegenden Leistungen, und 2,1 Milliarden sind finanziell belastet, wenn sie Versorgung in Anspruch nehmen. Vollständigen Beitrag lesen.
13. Über 100 Länder verpflichten sich zu klimaresilienten Gesundheitssystemen
Bis 2025 traten 103 Länder und über 95 Partner der Allianz für transformative Maßnahmen zu Klima und Gesundheit bei und verpflichteten sich zum Aufbau klimaresilienter und nachhaltiger Gesundheitssysteme. Auf der COP30 wurde der Belém Health Action Plan verabschiedet, unterstützt durch eine Zusage über 300 Millionen US-Dollar. Vollständigen Beitrag lesen.
14. Rückblicke auf Fortschritte
🎬 Stimmen aus der globalen Gesundheitsgemeinschaft blickten auf die guten Nachrichten aus dem Jahr 2025 zurück und hoben Fortschritte bei Gesundheitssicherheit, Klimaanpassung, Frauengesundheit, Impfstoffgerechtigkeit und humanitärer Hilfe hervor. In einem Video teilen Vertreter*inne aus verschiedenen Bereichen, welche positiven Entwicklungen ihnen besonders in Erinnerung bleiben.
👉 Video ansehen: What good news in global health will you remember from 2025?
15. Rückgang des weltweiten Tabakkonsums
Der weltweite Tabakkonsum sank von rund 1,38 Milliarden Nutzenden im Jahr 2000 auf 1,2 Milliarden im Jahr 2025. Seit 2010 gibt es 120 Millionen weniger Konsumierende. Frauen hörten schneller auf als Männer und erreichten globale Reduktionsziele fünf Jahre früher. Bewährte Maßnahmen der Tabakkontrolle haben schätzungsweise 37 Millionen Leben gerettet. Vollständigen Beitrag lesen.
16. Dynamik in der afrikanischen Impfstoffproduktion
Im Jahr 2025 gewann die Impfstoffproduktion in Afrika deutlich an Fahrt. Wichtige Investitionen - unter anderem 95 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank, 130 Millionen Euro von CEPI und die mRNA-Produktionsstätte von BioNTech in Kigali - sollenab 2026 dazu beitragen, Krankheiten mit hoher Belastung wie Malaria, Tuberkulose, HIV und mpox besser zu adressieren. Auf dem gesamten Kontinent laufen derzeit über 30 Impfstoffproduktionsprojekte, unter anderem in Südafrika, Senegal, Ägypten und Kenia. Vollständigen Beitrag lesen.
17. Neue Medikamente und Diagnostika geben Hoffnung
2025 wurden mehrere Innovationen zugelassen oder ausgeweitet, darunter Zoliflodacin als erstes neues orales Antibiotikum gegen Gonorrhoe seit Jahrzehnten, Lynkuet™ (elinzanetant), ein hormonfreies Mittel gegen starke Hitzewallungen, ein nadelfreies Adrenalin-Nasenspray bei Anaphylaxie sowie erweiterte Heimtests für sexuell übertragbare Infektionen, die den Zugang zur Diagnostik erleichtern. Vollständigen Beitrag lesen.
18. Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Tuberkulose
Im September 2025 startete Äthiopien gemeinsam mit der WHO und REACH Ethiopia die landesweite Einführung von 225 KI-gestützten digitalen Röntgensystemen zur Tuberkulose-Früherkennung. Ruanda erhielt zudem 17,5 Millionen US-Dollar für Afrikas erstes KI-Scaling-Hub. Vollständigen Beitrag lesen.
💡 Künstliche Intelligenz verspricht große Fortschritte, wirft jedoch auch Fragen zu Gerechtigkeit und Risiken auf. Weitere Einblicke folgen 2026 im Rahmen unseres Jahresthemas „KI in der globalen Gesundheit: ein zweischneidiges Schwert“.
19. Indiens Telemedizin erreicht Millionen
Die nationale Telemedizinplattform eSanjeevani überschritt in allen Bundesstaaten und Unionsterritorien die Marke von 430 Millionen Konsultationen. Mit einem Anteil weiblicher Nutzerinnen von 57 Prozent und der engen Einbindung in öffentliche Gesundheitssysteme zeigt das Programm, wie Telemedizin Zugangsbarrieren abbauen und Menschen in entlegenen Regionen erreichen kann. Vollständigen Beitrag lesen.
20. Erholung der globalen Lebenserwartung
Die globale Lebenserwartung stieg auf 76,3 Jahre für Frauen und 71,5 Jahre für Männer. In fast zwei Dritteln der Länder übertraf sie damit das Niveau vor der COVID-19-Pandemie. Vollständigen Beitrag lesen.
21. Wichtige Meilensteine bei Krankheitseliminierungen
Mehrere Länder erreichten 2025 wichtige Eliminierungszertifizierungen, darunter die Schlafkrankheit in Kenia, Onchozerkose in Niger, Malaria in Suriname. Auf den Malediven wurde zudem die dreifache Eliminierung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV, Syphilis und Hepatitis B auf den Malediven bestätigt. Vollständigen Beitrag lesen.
22. Historisches Pandemieabkommen verabschiedet
Im Mai 2025 verabschiedete die Weltgesundheitsversammlung das Pandemieabkommen, einen Meilenstein zur Stärkung der weltweiten Prävention, Vorbereitung und Reaktion auf künftige Pandemien. Vollständigen Beitrag lesen.
23. Tödliche Ausbrüche eingedämmt
Das Jahr 2025 stellte die globalen Gesundheitssysteme auf eine harte Probe, zeigte jedoch zugleich, was durch schnelle und koordinierte Reaktionen möglich ist. Uganda (Ebola), Tansania (Marburg), die Demokratische Republik Kongo (Ebola) und Indien (Nipah) haben eindrücklich gezeigt, wie starke nationale Führung, frühzeitige Erkennung und globale Zusammenarbeit Leben retten können. Vollständigen Beitrag lesen.
24. Globale Solidarität trotzt den Widrigkeiten
Über 11 Milliarden US-Dollar wurden 2025 für den Globalen Fonds zugesagt, darunter 1 Milliarde Euro von Deutschland. Gavi mobilisierte mehr als 9 Milliarden US-Dollar. Diese Zusagen unterstreichen, dass globale Solidarität auch in politisch und wirtschaftlich schweren Zeiten bestehen kann. Vollständigen Beitrag lesen.
Auch wenn diese 24 Erfolge nicht alle Fortschritte abbilden, zeigt das Jahr 2025, dass evidenzbasierte und menschenzentrierte Zusammenarbeit wirkt. Der Weg bleibt herausfordernd, doch diese Geschichten machen Mut.
Auch im kommenden Jahr werden wir globale Gesundheitserfolge und Meilensteine weiter begleiten. Haben Sie eine Geschichte zu teilen? Schreiben Sie uns an info[at]globalhealthhub.de.