Gegenseitiges Kennenlernen

#GlobalHealthTalk2019 – Auftakt für die akteursübergreifende Zusammenarbeit des Global Health Hub Germany

Über 130 Teilnehmende diskutierten am 18. und 19. Juni 2019 auf dem Global Health Talk des Global Health Hub Germany zu einer Vielfalt von Themen der Globalen Gesundheit in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin. Der Global Health Talk ist die erste Veranstaltung des Hub, bei der eine Vielzahl an Mitgliedern und Interessierten aus unterschiedlichen Sektoren und Akteursgruppen ein Forum für Austausch und Vernetzung fanden. Außerdem konnten die Teilnehmenden auf der Veranstaltung eigene Themen einbringen und Arbeitsgruppen initiieren.

„Die große Chance und Besonderheit des Hub liegt in den Möglichkeiten der akteurs- und sektorübergreifenden Zusammenarbeit“, betonte Prof. Dr. Dr. Till Bärnighausen (Institut für Public Health, Universität Heidelberg) bei der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung. So könnten Synergieeffekte besser genutzt werden und neue Partnerschaften und Projektideen entstehen. Gemeinsam mit Tanya Herfurth (Young Leaders for Health e.V.) übernimmt Bärnighausen den Ko-Vorsitz des Interim-Lenkungskreises des Global Health Hub Germany (GHHG).

Schwerpunktthemen des Hub für 2019

Da der Hub sich in seiner Startphase im ersten Jahr thematisch am Staatssekretärsbeschluss für nachhaltige Entwicklung von Oktober 2018 orientiert, drehte sich auch die erste Paneldiskussion um dessen Themen: die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen, die Nutzbarmachung der Potenziale einer zunehmenden Digitalisierung sowie die Bekämpfung und Prävention von nicht-übertragbaren Krankheiten und vernachlässigten Tropenkrankheiten. Die Panelistinnen und Panelisten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Jugend diskutierten unter anderem, welche Bedeutung sektor- und akteursübergreifende Zusammenarbeit für die Bearbeitung dieser Themen hat und inwiefern der Hub dazu einen Beitrag leisten kann.

Prof. Dr. Dr. Ilona Kickbusch (Direktorin des Global Health Programs am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf) betonte, dass es wichtig sei, dass zwischen den einzelnen Themen der Globalen Gesundheit keine Konkurrenz entstehe. Es sei vor allem notwendig, dass Strukturen der Kooperation und Zusammenarbeit in Deutschland etabliert werden. „Für die erfolgreiche Bearbeitung vieler Themen der Globalen Gesundheit braucht es die sektor- und akteursübergreifende Zusammenarbeit“, erklärte Dr. Johanna Hanefeld (Leiterin der Berliner Außenstelle der London School of Hygiene and Tropical Medicine). Insbesondere ein Thema wie Antibiotika-Resistenzen (AMR) zeige, warum ein Netzwerk wie der GHHG wichtig sei. „Für die erfolgreiche Bekämpfung von AMR, bedarf es einer sektorübergreifenden Zusammenarbeit, wie sie jetzt im GHHG entsteht.“ Einigkeit herrschte auf dem Panel darüber, dass die Mitglieder des Hub dessen Ausgestaltung selbst in der Hand hätten. Bernd Pastors (Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.) lud Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Akteursgruppen ein, sich aktiv einzubringen und gemeinsam den Hub aufzubauen. Daran anschließend betonte Kickbusch: „Der Hub ist keine Struktur, die die Verantwortung hat, etwas zu liefern. Es ist die Struktur, die etwas ermöglichen soll.“

Akteursübergreifende Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen des Hub

Neben der Diskussion der Themen aus dem Staatssekretärsbeschluss gab es im Rahmen des Open Space die Möglichkeit für die Teilnehmenden, eigene Themen und Fragestellungen einzubringen. So entstanden 14 verschiedene Arbeitsgruppen, z.B. zu „Global Urban Health“, „Digital Health Literacy“ oder „Global Mental Health“. Die Arbeitsgruppen nahmen während der Veranstaltung in mehreren Diskussionsrunden gleich ihre Arbeit auf. Sie werden nun auf die neue Website des Global Health Hub Germany, die auf der Veranstaltung gelauncht wurde, übertragen. Im internen Mitgliederbereich können die Arbeitsgruppen ihre Arbeit dann im virtuellen Raum fortsetzen. Alle Mitglieder des Hub, auch jene, die nicht am Global Health Talk teilnehmen konnten, können sich dort Arbeitsgruppen anschließen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, neue Themenvorschläge und Fragestellungen einzubringen. Für Nicht-Mitglieder steht ein öffentlicher Bereich mit Neuigkeiten und einem Veranstaltungskalender zur Verfügung.

Paneldiskussion zu SDG 3 und dem SDG 3-Aktionsplan

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von SDG 3 und der Entwicklung des SDG 3-Aktionsplans. Panelistinnen und Panelisten der Akteursgruppen Think Tank, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten die verschiedenen Bedarfe für die Erreichung von SDG 3. Daniel Gulati (Stiftung Wissenschaft und Politik) betonte, dass eine ressortübergreifende Zusammenarbeit von enormer Bedeutung sei um SDG 3 erreichen zu können. Anna Wasiak (Save the Children) forderte daran anknüpfend eine verbesserte Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Erarbeitung und Umsetzung des SDG 3-Aktionsplans. Darüber hinaus wurde thematisiert, welche Herausforderungen sich für Gesundheit und globale Gesundheitspolitik stellen. Harald Zimmer (Deutsches Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten) wies darauf hin, dass Globale Gesundheit in der öffentlichen Wahrnehmung stärker vertreten sein müsste und sichtbarer Bestandteil in der Entwicklungszusammenarbeit sein sollte. Hierzu könnte laut Roland Göhde (German Healthcare Partnership) der GHHG durch das Zusammenbinden von Einzeldiskussionen und das Hineintragen von Themen der Globalen Gesundheit in die Öffentlichkeit mit Hilfe seiner Mitglieder beitragen.

Die nächsten Schritte des GHHG

Zum Abschluss gab die Geschäftsstelle des GHHG einen Ausblick auf die kommenden Monate. Neben der Arbeit in den neu gegründeten Arbeitsgruppen, sind Webinare von Mitgliedern für Mitglieder und ggf. ein Ideenwettbewerb bis Ende des Jahres geplant. Themenvorschläge für Webinare können gerne schon jetzt an die Geschäftsstelle (info@globalhealthhub.de) geschickt werden. Des Weiteren können vorhandene Akteursmappings zu Globaler Gesundheit ebenfalls mit der Geschäftsstelle des GHHG geteilt werden. Diese werden dann gesammelt auf die Website des GHHG hochgeladen. Die Satzung des GHHG wird derzeit noch mit den Mitgliedern des Interim-Lenkungskreises abgestimmt und danach auf der Website zu finden sein. Der nächste Global Health Talk ist für Anfang 2020 geplant.

Eine Fotogalerie mit Eindrücken der Veranstaltung finden Sie unter www.foto-sicht.de/globalhealthtalk (Benutzer: GHHG; Passwort: GlobaleGesundheit).

Die Videos zu den zwei Paneldiskussionen sowie zu den drei Inputs zu Planetary Health von Karin Geffert, zu Nudging von Dr. Mathias Krisam sowie die Vorstellung des health innovation hubs durch Jan Brönneke im Rahmen des Formats "Thinking outside the box" können sie hier einsehen. 

Eroffnung durch den Ko-Vorsitzenden des Interim-Lenkungskreises Prof. Dr. Dr. Barnighausen
Eroffnung durch den Ko-Vorsitzenden des Interim-Lenkungskreises Prof. Dr. Dr. Barnighausen
Paneldiskussion Tag 1
Paneldiskussion Tag 1
Paneldiskussion Tag 1
Paneldiskussion Tag 1
Nachfragen aus dem Publikum
Nachfragen aus dem Publikum
Themenfindung Open Space
Themenfindung Open Space
Diskussion in den Arbeitsgruppen Tag 1
Diskussion in den Arbeitsgruppen Tag 1
Paneldiskussion Tag 2
Paneldiskussion Tag 2
Diskussion in den Arbeitsgruppen Tag 2
Diskussion in den Arbeitsgruppen Tag 2

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