Bild aus einem Comic für Kinder über das Coronavirus

Kindern die COVID-19 Pandemie erklären

Die Corona Krise beeinträchtigt Familien und insbesondere Kinder in vielfältiger Weise, wie eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf kürzlich eindrücklich zeigte. Es komme häufiger zu Streit, Konflikte eskalierten leichter und Kinder seien häufiger gereizt und unruhig. Vor diesem Hintergrund erarbeitete Michael Galatsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit an der Universität Witten/Herdecke mit Unterstützung von Karin Geffert, Katharina Wabnitz und Kim Nordmann von der Global Health Alliance Deutschlandeine deutsche Version eines „Zines“, dessen amerikanischer Vorläufer sich bereits in vielen Ländern bei der Aufklärung von Kindern über die Corona Krise bewährt hatte.

Zines sind Comics, welche die Leser ausdrucken, zuschneiden und zu einem kleinen Buch zusammenfalten. Ursprünglich stammte die Idee zum Zine für Kinder über das Coronavirus von Malaka Gharib, stellvertretende Chefredakteurin für Globale Gesundheit bei National Public Radio. Gemeinsam mit weiteren Kolleg*innen und in Kooperation mit verschiedenen Universitäten, hatte sie das Zine „Exploring the New Coronavirus“ als Antwort auf die dringendsten Fragen US-amerikanischer Kinder entwickelt.

Zur deutschen Version des Zines meint Galatsch: „Kindgerechte Information ist sehr wichtig und dabei muss man kreativ sein. Wenn man Kinder erreichen möchte, dann funktioniert das nur, wenn es gelingt, Material zu entwickeln, das die Kinder auch anspricht. Es ist sehr wichtig, eine einfache und ansprechende Sprache zu wählen. Die Information muss so verpackt werden, dass es Kinder neugierig macht, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Zines sind in dieser Hinsicht ein innovatives Format der Wissensvermittlung. Die Miniaturbücher laden zum Mitmachen ein, da sie von den Kindern selbst zugeschnitten und dann zusammengefaltet werden.“

Als Malaka Gharib einverstanden war, dass die Bilder aus ihrem Comic auch für die deutsche Version des Zines genutzt werden, übersetzte Galatsch den Text zu einer ersten Fassung. Im Anschluss wurde dieser von weiteren Kolleg*innen gelesen und gemeinsam diskutiert. Dabei fiel auf, dass eine gewisse Anpassung der Text- und Bildinhalte für Kinder in Deutschland nötig war. Zur Erklärung des Wortes „mild“ entschieden sie sich zum Beispiel für das Wort Ketchup – und nicht wie im Original Salsa-Sauce. Denn Ketchup schien im deutschen Kontext verständlicher für Kinder zu sein.

Wie das Original (es wurde in mehr als 15 Sprachen übersetzt), ist auch die deutsche Version des Zines sehr beliebt. „Wir haben viel Zuspruch erhalten und das nicht nur von jungen Nutzern“, berichtet Galatsch, selbst Vater von Kindern, die übrigens das Projekt sehr interessiert verfolgen. Der Wissenschaftler arbeitet deshalb auch bereits an einem weiteren Zine, dieses Mal mit Illustrationen der Hamburger Künstlerin Marambolage. Thema ist die „neue Normalität“ und der Umgang mit Angst und Unsicherheiten spielt wieder eine große Rolle. „Ich weiß nicht, wie häufig zu Hause, im Radio oder im Fernsehen täglich die Worte 'Coronavirus', 'Quarantäne' oder 'Corona-Tote' fallen. Das läuft alles so nebenbei und arbeitet in Kindern. Selbst kommt man schon schwer hinterher und Kinder können erst recht überfordert sein. Das erzeugt Angst und könnte dazu führen, dass Kinder negativ in die Zukunft blicken“, berichtet Galatsch.

Das Zine soll dem entgegenwirken. Wenn Eltern das Zine gemeinsam mit ihren Kindern erstellen bietet sich dabei die Gelegenheit, über die aktuelle Situation zu sprechen und nachzufragen. Denkbar wäre aber auch der Einsatz in Schulen. Die Zines könnten den Unterricht bereichern und zum Beispiel helfen, die Hygieneregeln im Klassenzimmer zu erklären. Je nach Altersgruppe könnten die Kinder die Bilder selber malen oder eigene Texte zu schon vorhandenen Bildern schreiben. Das Zine passt in die Hosentasche, und ist jederzeit bereit zum Nachschlagen: „Wie war das noch mal war mit diesen Regeln?“ 

Das Zine zum Ausdrucken finden Sie hier.

Das Titelblatt der deutschen Fassung des Corona Aufklärungscomics für Kinder „Wissenswertes über das neue Coronavirus“
Das Titelblatt der deutschen Fassung des Corona Aufklärungscomics für Kinder „Wissenswertes über das neue Coronavirus“
Kulturelle Adaption“: Während im Original in Salsa gedippt wird, sind deutsche Kinder mehr mit Ketshup vertraut.
Kulturelle Adaption: Während im Original in Salsa gedippt wird, sind deutsche Kinder mehr mit Ketchup vertraut.
Notwendige Regeln zur Hygiene können Kinder in einem Zine stets griffbereit bei sich tragen.
Notwendige Regeln zur Hygiene können Kinder in einem Zine stets griffbereit bei sich tragen.
Das Titelblatt der deutschen Fassung des Corona Aufklärungscomics für Kinder „Wissenswertes über das neue Coronavirus“
Das Titelblatt der deutschen Fassung des Corona Aufklärungscomics für Kinder „Wissenswertes über das neue Coronavirus“
Kulturelle Adaption“: Während im Original in Salsa gedippt wird, sind deutsche Kinder mehr mit Ketshup vertraut.
Kulturelle Adaption: Während im Original in Salsa gedippt wird, sind deutsche Kinder mehr mit Ketchup vertraut.
Notwendige Regeln zur Hygiene können Kinder in einem Zine stets griffbereit bei sich tragen.
Notwendige Regeln zur Hygiene können Kinder in einem Zine stets griffbereit bei sich tragen.

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