Gewinnerteam "How to - Global Health Education"

„How to – Gobal Health Education“ – Gewinnerteam des Ideenwettbewerbs engagiert sich für mehr Lehrangebote zu Globaler Gesundheit an Hochschulen in Deutschland

Auf der Suche nach innovativen und intersektoralen Lösungen und Ideen für Herausforderungen im Bereich der Globalen Gesundheit hat der Global Health Hub Germany (GHHG) Ende 2019 einen Ideenwettbewerb ausgerufen. Die drei besten Ideen wurden am 13. Januar 2020 im Rahmen einer Preisverleihung von Bundesminister Jens Spahn in Berlin ausgezeichnet.

Eines der Gewinnerteams, bestehend aus jungen Studierenden und Akteuren aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft, will die Lehre zu Globaler Gesundheit in Deutschland verbessern: „Schon seit mehr als 15 Jahren beschäftigen sich Lehrende und Studierende ehrenamtlich damit“, erklärte Karin Geffert, Mitglied des Teams, auf der Preisverleihung, „aber das reicht noch nicht.“ Lehre zu globaler Gesundheit müsse fest im universitären Curriculum verankert werden. Weiterhin solle sie interdisziplinären und intersektoralen Charakter haben, denn die komplexen Herausforderungen dieses Bereichs erfordern mehr als eine rein medizinische Perspektive.

Auch die Jury des Ideenwettbewerbs, bestehend aus Mitgliedern des Interim-Lenkungskreises, ist von dem Projekt überzeugt. Stellvertretend für die Jury betonte der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Andrew Ullmann, Infektiologe und Professor an der Universität Würzburg, wie wichtig es sei, dass das Medizinstudium nicht nur reine Krankheitslehre sei. „Mit dem Thema Globale Gesundheit kam ich bereits ganz früh während meiner Ausbildung zum Infektiologen an der Harvard Medical School in Kontakt. Seither setze ich mich dafür ein, dass wir auch in Deutschland das Thema an unseren Medizinischen Fakultäten fest implementieren und stärken.“

Seit der Preisverleihung ist das Projekt deutlich vorangekommen, wie Annika Kreitlow, Co-Initiatorin des Projekts, berichtet. Dem Aufruf von „How to – Global Health Education“ seien mittlerweile Studierende aus mehr als 15 Städten gefolgt, für die regelmäßig alle zwei bis drei Monate online eine Konferenzschaltung organisiert wird, in der sich die lokalen Gruppen austauschen können. Den einzelnen Standorten, so Kreitlow, soll es dadurch ermöglicht werden, sich gegenseitig bei der Umsetzung von lokalen Lehrprojekten zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen.

Darüber hinaus sei die Arbeit an einem „Baukasten“ schon weit vorangeschritten, der sich an Lehrende und Dozierende richtet und diesen Informationen und Materialien für die Lehre zu Globaler Gesundheit an die Hand geben wird. Ein Kompendium mit dem Titel „How to Wahlfach Global Health“ mit Erfahrungen und Tipps für Studierende, die selbst Wahlfächer an ihren Standorten etablieren möchten, gab es schon zuvor.

Der Gewinn beim Ideenwettbewerb hat in zweierlei Hinsicht zur Weiterentwicklung des Projekts beigetragen: „Die mediale Aufmerksamkeit durch die Preisverleihung“, berichtet Kreitlow, „hat uns sehr geholfen, bei bestimmten Partner*innen die Aufmerksamkeit für unser Thema zu erhöhen.“ So hat beispielsweise die Medizinische Hochschule Hannover ein Projekt „Globale Gesundheit in der Lehre stärken“ eingerichtet, das im Studiendekanat Medizin angesiedelt ist. Außerdem habe das für die Preisträger in Berlin organisierte Social Lab eine außergewöhnliche Gelegenheit für das Team geboten: „Das Social Lab war für uns eine große Unterstützung bei der weiteren Arbeit an unserem Projekt. Wir sind ja ein Team aus vielen Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, die solche Projekte eigentlich alle nur in ihrer Freizeit machen. Wir hatten zuvor noch nie die Möglichkeit wirklich konzentriert zwei Tage nur an diesem Projekt zu arbeiten. Diese intensive Zeit im Social Lab war für uns definitiv ein Gewinn.“

Im untenstehenden Video stellt Annika Kreitlow das Projekt vor und erklärt, warum die Lehre zu Globaler Gesundheit so wichtig ist und wie Interessierte sich selbst einbringen können.

Wieso Global Health Lehre?

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