Intersektoralität

8. Intersektoralität ist bei der Bearbeitung von Gesundheitsfragen auch für weniger prominente Themen, wie mentale und urbane Gesundheit oder Nichtübertragbare Krankheiten, notwendig. Mit welchen Maßnahmen will Ihre Partei die Intersektoralität zwischen Gesundheit und anderen Themenfeldern fördern?

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)/

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU):

"Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung geht davon aus, dass ein verstärkter interdisziplinärer Dialog und die Zusammenarbeit aller Akteure notwendig sind, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Diesen Ansatz werden wir weiterhin verfolgen. Für CDU und CSU ist insbesondere der Global Health Hub Germany ein wichtiges Netzwerk, verschiedene Akteure zusammenzubringen, deren Austausch zu fördern und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. So können neue Partnerschaften und Kooperationen über die Grenzen von Sektoren und Akteursgruppen hinweg entstehen. Die Zusammenarbeit, der für das Thema Globale Gesundheit zuständigen Bundesministerium werden weiter intensivieren und auch neue Themen wie z. B. Gesundheit und Stadtentwicklung aufgreifen."

 

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD):

"Aus Sicht der SPD ist eine intensivere Koordinierung zwischen den unterschiedlichen Ressorts und politischen Ebenen dringend notwendig. Die SPD setzt sich deshalb für eine ressortübergreifende Strategie für Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland ein. Alle chronischen, nicht übertragbaren Erkrankungen, die durch Lebens-, Arbeits- oder Umweltbedingungen beeinflusst und beinflussbar sind, müssen in eine solche Strategie einbezogen werden. Ziel muss es sein, dass bei der politischen Entscheidungsfindung in allen Politikfeldern die gesundheitlichen Folgen berücksichtigt werden, um so schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden, die Bedingungen für die Gesundheit zukünftiger Generationen zu verbessern und auch so zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen beizutragen. Im internationalen Kontext arbeiten wir daran, ein regelbasiertes multilaterales System aufrecht zu erhalten und sehen für den Bereich globale Gesundheit eine gestärkte WHO als unverzichtbar. Entsprechend setzen wir uns dafür ein, ihre Finanzierung durch die Staatengemeinschaft auf eine solidere Basis zu stellen."

 

Freie Demokratische Partei (FDP):   

"Gesundheit ist nicht allein Thema des Gesundheitssektors, sondern hat vielfältige Determinanten und muss in allen Bereichen des öffentlichen Handelns gefördert werden. Daher verfolgen wir Freie Demokraten den „Health in All Policies“ (HiAP) Ansatz. Denn Gesundheit muss in jedem Politikbereich mitgedacht werden."

 

DIE LINKE:

"Die Entstehung von Krankheiten hängt zu einem großen Teil an den Lebensumständen. Für die Lebensumstände sind alle Politikfelder verantwortlich. Besonders wichtig ist das Soziale: Der Unterschied der Lebenserwartung und der gesunden Lebensjahre ist immens zwischen den Reichen und denen, die wenig haben. Mehr noch: Gleichere Gesellschaften nutzen den Armen gesundheitlich erheblich, aber auch den Reichen. Ähnliches gilt für Bildung. Das Lebensumfeld wird auch durch Verkehrspolitik geprägt. Und ob Schadstoffe oder die Entstehung von Pandemien: Hier ist die Umweltpolitik maßgeblich. Daher müssen wir in allen Politikfeldern bei allen Vorhaben immer auch die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen im Blick haben und in die Entscheidungsfindung miteinfließen lassen. Das könnte durch eine obligatorische Gesetzesfolgeabschätzung und/oder ein zu schaffendes Gremium erfolgen."

 

Bündnis 90/Die Grünen:

"Für eine gesunde Gesellschaft braucht es eine Politik, die vorsorgt und die Ursachen von Krankheiten bekämpft, Präventionsforschung fördert und vorausschauend handelt. Statt nur auf die nächste Krise zu reagieren, sollen in Zukunft durch gemeinsame Gesundheitsziele und eine Ausweitung der Gesundheitsberichterstattung Krankheitsursachen und der Stand der gesundheitlichen Versorgung in den Blick genommen werden. Prävention, Gesundheitsförderung und gesundheitliche Versorgung wollen wir grundsätzlich als Querschnittsaufgabe in allen Politikbereichen verfolgen. Hierzu wollen wir GRÜNE ein Bundesinstitut für Gesundheit gründen, das konkrete Gesundheits- und Versorgungsziele entwickelt. Auch einen Gesundheitsverträglichkeitscheck finden wir sinnvoll, um gesundheits-förderliche Lebensbedingungen zu unterstützen."

 

Untenstehend finden Sie weitere Fragen:

 

Pandemievorsorge und -reaktion:

1. Welche Schwerpunkte will Ihre Partei im Bereich Prävention, Vorbereitung und Reaktion auf Pandemien (Pandemic Prevention Preparedness and Response) setzen und wie positionieren Sie sich in diesem Zusammenhang zu einem potentiellen internationalen Pandemievertrag?

 

Pandemiefolgen: 

2. Welche konkreten Schritte und Umgang mit den Folgen der Pandemie Maßnahmen will Ihre Partei ergreifen, um direkte und vor allem indirekte Folgen von COVID-19 in Deutschland und international abzufedern bzw. zu überwinden?

 

Patentrechte: 

3. Welche konkreten Schritte will Ihre Partei unternehmen, um einen fairen, weltweiten Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Technologien zu sichern und welche Bedeutung messen Sie den intellektuellen Eigentumsrechten in dieser Sache zu?

 

Klima: 

4. Derzeit belasten etwa 37 Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen den Bundeshaushalt, von denen viele direkte und indirekte gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Welche klima- und gesundheitsschädlichen Subventionen plant Ihre Partei abzuschaffen, und wenn ja mit welchem Zeithorizont?

 

Reform der Vereinten Nationen: 

5. Durch welche Ansätze will Ihre Partei eine konstruktive Reform der Vereinten Nationen voranbringen und die WHO stärken, sodass eine größere Resilienz gegen globale Herausforderungen wie Pandemien oder die Klimakatastrophe entsteht?

 

ODA-Ziel: 

6. Wie positioniert sich Ihre Partei zum ODA/BNE Ziel von 0,7% und dem Ziel, 0,1% des Bruttonationaleinkommens für Globale Gesundheit bereitzustellen (wie von der WHO gefordert)?

 

Gender: 

7. Gendergerechte globale Gesundheitspolitik priorisiert die besonderen Bedürfnisse von Frauen, Mädchen u. LGBTQI*-Individuen u. sichert u.a. den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit. Wie stellen Sie eine gendersensitive Planung u. Umsetzung künftiger Gesundheitsprojekte weltweit sicher?