Gender

7. Gendergerechte globale Gesundheitspolitik priorisiert die besonderen Bedürfnisse von Frauen, Mädchen u. LGBTQI*-Individuen u. sichert u.a. den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit. Wie stellen Sie eine gendersensitive Planung u. Umsetzung künftiger Gesundheitsprojekte weltweit sicher?

 

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)/

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU):

"CDU und CSU sind der Auffassung, dass Gendergesundheitsaspekte zu einer guten, nachhaltigen Gesundheitspolitik dazugehörten. Deshalb werden wir die jeweiligen Besonderheiten berücksichtigen, die sich aus der Frauen- und Männergesundheitsforschung insbesondere für die gesundheitliche Versorgung und die Erarbeitung von medizinischen Behandlungsleitlinien ergeben. Dabei werden bei Gesundheitsprojekten weiterhin ein Augenmerk Aspekte wie Alter, Familiensituation, Bildung, berufliche Situation, soziale und kulturelle Hintergründe legen."

 

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD):

"Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) sind für die Verwirklichung von Gleichstellung unabdingbar. Der Bereich ist jedoch weltweit in den vergangenen Jahren unter Druck geraten und wird derzeit durch die Corona-Krise vor weitere Herausforderungen gestellt. Wir wollen weltweit das Recht von Frauen, Männern und anderen unterstützen, über den eigenen Körper zu bestimmen und freie Entscheidungen über die eigene Sexualität und Fortpflanzung zu treffen. Wir wollen die Gelder zur Stärkung von SRGR erhöhen und unterstützen den Auf- und Ausbau sozialer Sicherungssysteme für Gesundheitsdienstleistungen sowie die Bereitstellung von gender-gerechter Hygiene- und Sanitätsversorgung. Um „Shrinking Spaces“ Einhalt zu gebieten, unterstützen wir zudem vor allem auch jene zivilgesellschaftlichen Prozesse, Gruppen und Personen, die sich aktiv für Frauen- und Mädchenrechte und eine gendergerechte Gesundheitspolitik einsetzen."

 

Freie Demokratische Partei (FDP):     

"Wir Freie Demokraten fordern, dass die Gendermedizin zwingend Teil des Medizinstudiums und der Ausbildung in den Gesundheitsberufen wird. Curricula und Fortbildung aller Gesundheitsberufe müssen die geschlechterspezifische Medizin berücksichtigen. Zudem müssen Geschlechterunterschiede bei Forschungsprojekten besser einbezogen werden. In Deutschland ist die Gendermedizin in Forschung und Lehre unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern."

 

DIE LINKE:

"Gendersensitive Programme in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) müssen ausgeweitet und abgesichert werden. Hierzu setzt sich DIE LINKE regelmäßig für eine Zweckbindung von EZ-Mitteln für solche Programme ein. Gerade im Gesundheitsbereich und wenn es um sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) geht, ist ein gendersensitives Herangehen zur Zielerreichung unerlässlich. Hierfür braucht es eine entsprechende Überarbeitung der Planungs- und Umsetzungsinstrumente, die ein gendersensitives Vorgehen vorschreiben, ebenso wie eine entsprechende Vorbereitung und Schulung der eingesetzten Fachkräfte, damit Genderaspekte wie selbstverständlich zum Kernbestandteil des Handelns werden."

 

Bündnis 90/Die Grünen:

"Wir GRÜNE wollen auch in der Gesundheitspolitik erreichen, dass Geschlechtergerechtigkeit stärker beachtet wird. Wir setzen uns konsequent für die Rechte von Frauen und Mädchen sowie LBTQI*-Individuen weltweit ein. Ein selbstbestimmtes Leben umfasst auch den Schutz und die Garantie der sexuellen und reproduktiven Rechte und Gesundheit. Massive Investitionen in (Grund)-Bildung, Gesundheitssysteme und Zugang zu guten Jobs sind dafür wichtig. Für uns ist dabei die Erhöhung der EZ-Maßnahmen, welche zum Hauptziel die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit haben (GG2-Kennung) von Bedeutung. Der Anteil dieser EZ-Maßnahmen liegt bislang bei einem verschwindend geringen Anteil von nur 1,2 % der ODA-Mittel, wir wollen dies in einem ersten Schritt auf 10% erhöhen."

 

Untenstehend finden Sie weitere Fragen:

 

Pandemievorsorge und -reaktion:

1. Welche Schwerpunkte will Ihre Partei im Bereich Prävention, Vorbereitung und Reaktion auf Pandemien (Pandemic Prevention Preparedness and Response) setzen und wie positionieren Sie sich in diesem Zusammenhang zu einem potentiellen internationalen Pandemievertrag?

 

Pandemiefolgen: 

2. Welche konkreten Schritte und Umgang mit den Folgen der Pandemie Maßnahmen will Ihre Partei ergreifen, um direkte und vor allem indirekte Folgen von COVID-19 in Deutschland und international abzufedern bzw. zu überwinden?

 

Patentrechte: 

3. Welche konkreten Schritte will Ihre Partei unternehmen, um einen fairen, weltweiten Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten und Technologien zu sichern und welche Bedeutung messen Sie den intellektuellen Eigentumsrechten in dieser Sache zu?

 

Klima: 

4. Derzeit belasten etwa 37 Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen den Bundeshaushalt, von denen viele direkte und indirekte gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Welche klima- und gesundheitsschädlichen Subventionen plant Ihre Partei abzuschaffen, und wenn ja mit welchem Zeithorizont?

 

Reform der Vereinten Nationen: 

5. Durch welche Ansätze will Ihre Partei eine konstruktive Reform der Vereinten Nationen voranbringen und die WHO stärken, sodass eine größere Resilienz gegen globale Herausforderungen wie Pandemien oder die Klimakatastrophe entsteht?

 

ODA-Ziel: 

6. Wie positioniert sich Ihre Partei zum ODA/BNE Ziel von 0,7% und dem Ziel, 0,1% des Bruttonationaleinkommens für Globale Gesundheit bereitzustellen (wie von der WHO gefordert)?

 

Intersektoralität: 

8. Intersektoralität ist bei der Bearbeitung von Gesundheitsfragen auch für weniger prominente Themen, wie mentale und urbane Gesundheit oder Nicht-übertragbare Krankheiten, notwendig. Mit welchen Maßnahmen will Ihre Partei die Intersektoralität zwischen Gesundheit und anderen Themenfeldern fördern?